Rundweg von Bammental aus über
DILSBERG
am Donnerstag den 16. März 2017


Bockfelsen Rainbach Dilsberg 4 Burgen N'gemünd Daten Nachschrift Impressum


Bammentaler Rundweg über Dilsberg und die Vier Burgen

Der berühmte amerikanische Autor, Mark Twain, besuchte in 1878 das Neckartal und Dilsberg. Natürlich, ob seine legendäre Floßfahrt auf dem Neckar wirklich stattfand ist noch eine offene Frage. Heute, aber, besuchen wir einen Teil dieses Neckartales zu Fuß, und zwar von dem naheliegendem Ort Bammental aus. Dilsberg ist unser Ziel, aber wir besuchen auch den Bockfelsen, Rainbach, die Vier Burgen sowie Neckargemünd.




Auf der Nordseite des Neckars, am Wege von Neckarsteinach nach Neckargemünd, haben wir eine schöne Aussicht auf Dilsberg vom "Schwalben Nest". Diese ist die westlichste Burg der "Vier Burgen" und seine Geschichte geht auf 1335 zurück.

Immer wieder, auf unserem Fußweg, können wir Dilsberg erblicken, denn der Dilsberg ragt hoch über das Neckartal. Die Grafen von Lauffen gründeten die "Feste Dilsberg" um 1150 wegen der strategischen Lage - also eine Lage die man gut verteidigen konnte. Dies hat sich auch bewährt, den die Festung wurde nie militärisch erstürmt, obwohl die Festung dann doch vom Tilly in 1622 und wieder von den Schweden im Dreißigjährigen Krieg besetzt wurde. Der Tilly Stein, von wo aus der Tilly vermutlich auf Dilsberg geschossen hat, ist heute noch im Wald oberhalb vom Bockfelsen zu sehen. Noch etwas aus der Geschichte: Dilsberg ging im 14. Jahrhundert an die Kurpfalz, und die Stadt erhielt ihr Stadtrecht in 1347.

Auf dieser Webseite sehen Sie in zeitlicher Reihenfolge die Eindrücke die auf dieser Wanderung gesammelt wurden. Hoffentlich haben Sie, verehrte Leser und Leserinnen von meiner Webseite, viel Vergnügen bei dieser "on-line" Spätwinterwanderung im Odenwald.


Der Bockfelsen

Von Bammental führt der Weg entlang der Seite des Holmuths zum "Drei Hasen" Parkplatz, wo einst die "Drei Hasen" Hütte stand. Dann verläuft der Weg über das ehemalige Neckar Flussbett und auf der anderen Seite des Tales hinter dem ehemaligen Reha-Zentrum. Allmählich kommen wir zur Bockfelsen Hütte.




Und hier ist die Bockfelsen Hütte

Der Bockfelsen ragt steil vom Neckartal empor. Für den Ursprung des Namens finden wir innen am Dach der Bockfelsen Hütte eine - mögliche - Erklärung.

Des Jägers Hund hat bei der Jagd
den Rehbock über diesen Felsen gejagt.

Den Bock traf's hinterm Ohr
wohl aus des Truchsess Rohr.

Der Rüde wollt ihn packen,
doch über Felsen Zacken
stürzt er ihm nach ins Grab.




Und hier ist die Aussicht

Die Aussicht über die Neckartalschleife bis zum Dilsberg ist eindrucksvoll, und dazu ist auch die Widmung im Dach der Hütte zu sehen.

Was mir des Thales Sprossen
zuerst allhier erschlossen,
in seiner Schönheit Macht,
erblicks zu Euren Füßen,
mit Dank mögt Ihr's genießen:
Des Neckarthales Pracht!

Rainbach und die Wassermühle

Die Wanderwege sind hierzulande ziemlich gut vom Odenwaldklub beschildert und bald gelangen wir zum "Obst- und Gartenbau" Brunnen, und von da aus haben wir wieder einen schönen Blick auf Dilsberg. In Rainbach ist eine alte Mühle; und die Lage erinnert uns an den Schwarzwald. Von hier führt ein steiler Weg hinauf zum Dilsberg.




Die Wanderwege sind hierzulande ziemlich gut vom Odenwaldklub Beschildert




Wie dieser Brunnen eigentlich heißt ist nicht bekannt,
aber der Wanderer wird auf Folgendes aufmerksam gemacht.

"RENOVIERT
2004
OBST- UND GARTENBAU
VEREIN"




Gleich haben wir wieder einen schönen Blick auf Dilsberg.




Die alte rainbacher Mühle und dessen Lage im Tal erinnert uns am Schwarzwald.




Die rainbacher Mühle (die "Loch Mühle") ist heute privat bewohnt.


Dilsberg

Dilsberg, wie wir schon erzählten, hat eine lebhafte Geschichte hinter sich. Die Befestigung wurde von den Grafen von Lauffen um 1150 erbaut und jetzt feiert Dilsberg das 800-jährige Bestehen seiner Burg.

Von der Mühle in Rainbach nehmen wir den steilen Weg, an den vielen Äpfelbäumen vorbei, hinauf zum Dilsberg. Zur Belohnung können wir oben die herrliche Landschaft genießen. Das Neckartal, Neckargemünd und der Königstuhl sind uns alle vor Augen.




Der Weg von Rainbach hinauf zum Dilsberg an den Obstbäumen vorbei ist steil. Wir haben aber einen schönen Ausblick hinüber zur Nordseite des Neckartales. Hier sehen wir das Schwalbennest, die mittelalterlich Burg an der wir später am Tag noch vorbeikommen.




Oben, außerhalb der dilsberger Stadtmauer, sind uns das Neckartal, die ehemahlige "Freie Reichstadt" Neckargemünd und der Königstuhl alle vor Augen.




Das dilsberger Stadttor lädt uns zu einem Stadtbesuch ein. Im Mittelalter war dieses Tor nicht immer so einladend, denn es diente öfters als Schutz gegen feindliche Truppen und musste daher streng überwacht werden.




Ehe wir unseren Stadtbesuch machen sehen wir auf der linken Seite vom Tor dass Dilsberg sein achthundertjähriges Bestehen feiert. An den Rauten im Wappen können wir sehen dass Dilsberg zu einer Zeit unter bayerischem Einfluss sich befand.




Das Gasthaus zur Sonne lädt zu einem kurzen Besuch ein., ...




... aber erst bewundern wir das schöne Schmiedeeisen.




Hier ist die Kernburg der Feste Dilsberg. Sie blieb im großen Ganzen unversehrt bis ins 19. Jahrhundert, bis sie dann als Steinbruch diente. Sie wurde dann, Anfang des 20. Jahrhunderts gerettet und rekonstruiert, da mann dann einsah dass das Gebäude von historischer Interesse sei.




In der Nähe der Kernburg befindet sich auch das Kommandantenhaus, vermutlich Zeuge einer ehemaligen militärischen Präsenz auf dem Dilsberg.




Die römisch-katholische St.-Bartholomäus-Kirche auf dem Dilsberg wurde zwischen 1733 und 1735 im Barockstil erbaut, obwohl Teile der ursprünglichen Kirche aus 1380 einverleibt wurden.
Die zweite (Evangelische) Kirche auf dem Dilsberg wurde erst zwischen 1871 und 1873 gebaut.




Der Hauptaltar (1746) in der römisch-katholischen Kirche ist von barocker Prägung
und kam 1871 aus Heidelberg!




Hier ist der schmiedeeiserne Bogen, und auf der anderen Seite sind wir schon außerhalb der Stadtmauer. Der Blick ist ins Neckartal auf der östlichen Seite von Dilsberg.




An der Ecke der Stadtmauer steht die "Friedenslinde" (1870-71),
und von hieraus führt der "Zick-zack" Weg hinunter zum Neckarufer.



Die Vier Burgen in Neckarsteinach

Von Dilsberg führt ein "Zick-zack" Weg bis zum Neckarufer herunter. Dann geht unser Weg übers Wehr nach Neckarsteinach. Der Ort ist auch geschichtsträchtig, und einen Aufenthalt würde sich lohnen wenn wir mehr Zeit zur Verfügung hätten, aber wir müssen noch zu den Vier Burgen und dann durch den Wald nach Neckargemünd; von dort führt unser Fußweg zurück nach Bammental. Also noch etliche Kilometer.

Aber zuerst kommen wir zu den Vier Burgen, die alle im Mittelalter ursprünglich erbaut wurden. Die ersten drei sind auf einem Bergrücken, die letzte von ihnen an einem Berghang, gebaut. Eine Geldeinnahme im Mittelalter von solchen Burgen, war oft die Maut die dessen Bewohner von den Reisenden und Handelsleute im Tal verlangten.

  1. Die Vorderburg ist noch in Privatbesitz und bewohnt, mit allen modernen Bequemlichkeiten. Sie geht vermutlich mindestens auf 1142 zurück, und wurde um 1200 von dem Minnesänger Bligger von Steinach bewohnt.

  2. Die Mittelburg ist auch noch in Privatbesitz und bewohnt. Sie wurde um 1200 oder sogar früher, um 1165 erbaut.

  3. Die Hinterburg ist nicht bewohnt, und ist dem Publikum immer zugänglich. Sie wurde vermutlich um 1225 erbaut aber es dauerte noch 130 Jahre bis sie fertig wurde. Dann, während des Dreißigjährigen Krieges wurde sie wieder eine Ruine.

  4. Das Schwalbennest, auch "Burg Schadeck" genannt, ist die vierte Burg; sie ist die jüngste und wurde um 1335 gebaut.



Wir gelangen, übers Wehr zur Nordseite des Neckars.
Von hieraus sehen wir die Vorderburg und die Mittelburg.




Wir steigen hinauf zu den Burgen, und am Wege zwischen der Mittelburg und der Hinterburg genießen wir wieder einen Ausblick auf Dilsberg, und zwar auf dessen nördlichen Seite.




Unser Weg führt dann zur Hinterburg, nicht bewohnt aber dem Publikum frei zugänglich.
Vom Turm gibt es auch eine schöne Aussicht in Richtung Neckarsteinach.




Die letzte, und vierte Burg, ist das Schwalbennest, von wessen alten Gemäuer wir wieder
schöne Aussichten genießen nach Dilsberg ...




... und nach Neckarsteinach.




Dann gehen wir weiter durch den Wald am "roten R" Weg,
und Dilsberg scheint uns immer noch zu begleiten.




Allmählich kommen wir an den "Teufelstein" vorbei.




Hier erfahren wir dass der Odenwaldklub in Neckarsteinach, der unter anderem für die markierten Wege in dieser Gegend verantwortlich ist, schon seit 1887 existiert.
Wie wir sehen, haben auch andere Wanderer durch die Jahre
ihr Dasein auf diesem Stein preisgegeben.



Neckargemünd

Unser Weg geht weiter durch den Wald bis wir nach Kleingemünd gelangen. Von der Neckarbrücke, auch Friedensbrücke genannt, haben wir noch eine schöne Ansicht von dem alten Kern von Neckargemünd.

Neckargemünd hat auch eine interessante und bewegte Geschichte. Die Stadt wurde erstmals 988 urkundlich erwähnt; 1230 wurde sie zu einer freien Reichsstadt ernannt, einen Status den sie 1395 verlor als sie pfälzisch wurde. Neckargemünd wurde öfters von fremden Truppen besetzt, zum Beispiel im Dreißigjährigen Krieg (Tilly 1622) und im Pfälzischen Erbfolgekrieg (General Mélac). 1803 wurde Neckargemünd badisch, und in 1863 wurde sie ein Stadtteil von Heidelberg. Diese Geschichte von Neckargemünd hat ihre Merkmale in der Stadt hinterlassen, und daher, wenn wir mehr Zeit heute hätten, wurde sich ein Stadtbesuch lohnen.




Der alte Stadtkern von Neckargemünd wiederspiegelt sich im Abendlicht als wir zur "Friedens Brücke" gelangen. Der Bockfelsen ist am Berg dahinter und Dilsberg wäre auch zu sehen wenn ich die Kamera etwas nach links gedreht hätte. Was aber klar zu sehen ist, ist die Mündung der Elsenz in den Neckar - daher kommt ja auch der Name "Neckargemünd".

Wir haben noch einige Kilometer ehe wir Bammental erreichen.



Nachschrift

Sehr geehrte Leser und Leserinnen, ich hoffe dass diese "on-line" Odenwald Wanderung Ihnen gefallen hat. Wenn Sie sich schon gut in dieser schönen Gegend auskennen, dann haben Sie bestimmt Einiges wieder erkannt. Wenn Sie weiter weg zu Hause sind, dann haben Sie vielleicht einiges Neues erfahren - Ansporn diese schöne Gegend als Ausflugsziel einzuplanen!


Quellen Nachweis

Die Beschreibungen und die Bilder sind meinen Ursprungs. Das Dilsberger Wappen in der Rubrik wurde meiner Aufnahme der stolzen Angabe des 800-jährigen Bestehens der Dilsberger Burg bei dem Dilsberger Stadttor entnommen.

Genaue Jahre in der Geschichte kann mann sich nicht immer so gut merken, und dafür bedanke ich mich für die folgenden Quellen.

  1. Dilsberg (Wikipedia)
  2. Bergfeste_Dilsberg (Wikipedia)
  3. Schlösser und Gärten in Baden Württemberg
  4. Wolfgang W. Kress, Burgen und Schlösser am Neckar, DRW-Verlag Stuttgart, ISBN 3-87181-259-5, 1991
  5. Neckarsteinach-im-Neckartal (Niebelungen Land)
  6. Neckarsteinach (Website des Ortes)
  7. Neckarsteinach (Wikipedia)
  8. Neckargemünd (Wikipedia)