EINE WANDERUNG
DURCH
DEN KLEINEN ODENWALD


Vorwort Übersicht Zum Königstuhl über Heidelberg Tinnunculus Heimwärts Nachwort Impressum index banner


Sehr Geehrte Besucher und Leser!

Der Kleine Odenwald ist ein reizvolles Waldgebiet der sich über etliche Kilometer auf der Südseite des Neckartales zwischen Heidelberg und Neckargmünd erstreckt. Er ist eine Gegend mit der ich über die Jahre so ziemlich gut vertraut geworden bin. Ich dachte, wieso sollte ich die Fotos auf meiner Festplatte "verstauben" lassen. Viel besser daß ich einige davon mit einer größeren Leserschaft teile, und hier sehen Sie das Ergebnis. Natürlich bin ich kein Fachmann (entweder technisch noch künstlerisch) auf dem Gebiet der Fotographie. Dennoch hoffe ich, daß ich mit diesen Aufnahmen, Ihnen, Geehrte Besucher, etwas von dieser schönen und interessanten Welt im "Heidelberger Ländle" mitteilen kann. Viel Spaß!



Der Höhepunkt der Wanderung ist der Königstuhl, von wo aus man einen herrlichen Ausblick über die heidelberger Altstadt - und bei klarem Wetter sogar bis zu den Vogesen - geniessen kann.

Aber noch etwas bevor Sie weiter lesen. Da ich nicht im deutschprachigen Raum sesshaft bin, gibt es höchstwahrscheinlich auf dieser Seite noch einige Schnitzer und Tipfehler. Kommt Zeit, kommt Rat. Allmählich werden diese Fehler hoffentlich alle behoben!


Der Rundweg - Zuerst eine Übersicht

Es handelt sich hier um eine Rundwanderung von etwa 17.5 Kilometer bzw. 10.9 britische Meilen. Der Weg führt von Bammental im Elsenztal (hinter Neckargmünd), über den Kohlhof zum Königstuhl, und dann über das Linsenteicheck und Waldhilsbach nach Bammental zurück. Normalerweise gute - aber gemütliche - fünf bis sechs Stunden. Heute ist es etwas länger, da ich beim Tinnunculus, am Königstuhl - eine interessante 3/4 Stunde Halt mache.


Die Wanderroute und ihre Sehenswürdigkeiten.

Die Gegend ist stark vom - hierzulande - typischem Mischwald geprägt. Der Fußweg ist an Stellen etwas steinig aber mit sanften Auf- und Abstiegen versehen - also durchaus gehbar. Der höchste Punkt ist der Königstuhl mit 568 meter, und der niedrigste Punkt ist Bahnhof Bammental mit 133 meter. Der Königstuhl ist zwar nicht der höchste Berg im Odenwald, aber - als Hausberg der Stadt Heidelberg - wohl der bekannteste. Die gesamte Steigung (bzw. der gesamte Abstieg) unserer Wanderung, beträgt 610 meter - also ein schöner Ausflug und zugleich eine schöne Ausarbeitung.



Die Höhenverhältnisse sind so ziemlich symmetrisch und dreieckförmig.
("m ü. NHN" bedeutet "Meter über Normalhöhennull".)

Die Bilder die Sie hier sehen habe ich am 19. April 2011 - also kurz vor Ostern 2011 - aufgenommen. Der Beschreibung zugunste habe ich die Wanderung in vier Abschnitten eingeteilt.

  1. Der Weg zum Königstuhl
  2. Hoch oben über Heidelberg
  3. Die Falknerei die Tinnunculus heißt
  4. Der Weg nach Hause

1. Der Weg zum Königstuhl

Der Weg führt von Bammental über dessen "Hausberg" - den bewaldeten Bammertsberg. Dann geht's oberhalb von Waldhilsbach wo sich ein schöner Ausblick zurück nach Bammental und dem Kraichgau dem Wanderer dabietet. Wald und noch mehr Wald und dann kommt man zum Kohlhof, eine Art Oase mitten im "Kleinen Odenwald". Bei dem kleinen Aussichtsturm - die Posseltslust - geht's vorbei und dann mache ich vielleicht einen kurzen Halt im "Alten Kohlhof" für ein Hefeweizen. Was gibt's noch am Kohlhof? Ja, da gibt's die Herzklinik (doch ziemlich ruhig hier und gute Luft), die Akademie für Ganzheitsmedizin, und, im Winter kommen noch Rodeln und eine Piste für "Ski Alpin" dazu. Die Heidelberger haben's gut!





Waldhilsbach, ehmaliges Kuhnest und jetzt Sommerfrische, ist heutzutage für motorisierte Pendler leicht erreichbar. Der Turm in der Mitte rechts vor dem Wald gehört der Dorfschule und einigen Dorfämtern.




Ich schau nochmal zurück auf den Bammertsberg der auf der linken Seite etwas herausragt. Nachdem man vor kurzem oben etwas abegeholzt hat, hat der Berg jetzt eine Art Stehfrisur erhalten.




Noch einen Blick auf die Sommerfrische.




Jetzt habe ich die Kohlhofwiese erreicht. Obstbäume in ihrer Blütenpracht.




Wenn man über die Obstbäume hinwegschaut, kann man gerade noch Dilsberg - das mittelalterliche befestigte Städtchen auf einem "Bergkegel" oberhalb des Neckars - erspähen.




Am Kohlhof lädt die Gaststätte in der Mulde (und unterhalb der modernen aber halb versteckten Herzklinik) zum einkehren ein.


2. Hoch oben über Heidelberg

Der erste Eindruck für den Besucher am Königstuhl ist meistens der weite Ausbick über Heidelberg, von der Altstadt bis ins Neuenheimer Feld (Uni Heidelberg). Dann breitet sich vor Augen die Sicht aus bis in die Rheinebene - Schwetzingen, Mannheim und bis zu den Vogesen. Obwohl ich heute zu Fuß von Bammental aus angekommen bin, kann man natürlich auch auch von der heidelberger Altstadt aus den Königstuhl mit den zwei Standseilbahnen, oder sogar zu Fuß mit der steilen und steinigen "Himmelsleiter", erklimmen.





Die heidelberger Altstadt und das Neuenheimerfeld liegen zu Füßen. Von der Wiese im Vordergrund steigen oft, bei guter Witterung, die Gleitschirmflieger empor. Die Vogesen liegen in der Ferne am Horizont.




Die Standseilbahn zwischen Molkenkur und dem Königstuhl wurde erstmals in 1907 fertig gestellt und eröffnet. Zwischen 2003 und 2005 wurde sie nach neuesten Sicherheitsvorschriften völlig renoviert. Die zwei Wagen sind auch erneuert und etwas vergrößert, haben aber ihr ursprüngliches Aussehen beibehalten.




Der Maschinenraum stammt aus Kaiserszeiten, aber ...




... ist über ein Jahrhundert später noch eisern in Betrieb. Alles ist ruhig, und dann ein plötzliches Geräusch von Motoren, Zahnrädern, Riemen und dem glänzigen Kraftregler (voriges Bild rechts oben) - und da weiß man daß die zwei Wagen zum zigten Male ihre Pendelbewegung anfangen. Touristen bergauf, Touristen bergab - so geht's den ganzen Tag.


3. Die Falknerei die Tinnunculus heißt.

Von der Bahnstation führt der Weg weiter - natürlich zur einer Jausenstation und zu einer Gasttätte, wie sich es auf einem deutschen Berggipfel wohl gehört! Ehe man aber dannach zu den drei Fernmeldetürmen gelangt sieht man links, so halb versteckt in der Hecke, einen schmalen Einlaß. Da ist "Tinnunculus" - die Falknerei. "Tinnunculus" bedeutet auf Lateinisch "kleiner Glockenläuter". So hört sich nämlich ein Turmfalke an wenn er singt.





Der Vorführer in der Falknerei hat die Liebe für die Greifvögel von seinem Großvater, der ihm schon in frühen Jahren den Umgang mit diesen prächtigen Vögeln beibrachte. Hier führt unserer "Gastgeber" den Zuschauern Jülchen vor. Jülchen ist ein Uhu - etwas schläfrig da es noch drei Uhr Nachmittag ist. Die Nacht ist doch viel besser für's Mäusefangen!




Dagegen ist der Sakerfalke - der "Düsenjäger" der Greifvögel - fleißig auf Achse.




Er wird losgelassen, fliegt hinauf zum Sendeturm, und stürzt sich mit ungeheurer Präzision auf die Beute die in die Luft geschmissen wird. Er fängt die Beute in der Luft, bringt die Beute herunter, und jetzt kann auch kein anderer dran.




Der Weißkopfseeadler - der amerikanische Wappenvogel - ist ein kraftstrotzendes Tier. Hier ist ein Halbwüchsiger seiner Art. Die weißen Kopfhaare kommen erst später.




Ja fröhlich ist die nachmittags Stimmung ...




... trala ...




... trala.




Jetzt schau nicht so ernst.




Ja so ist's richtig. Zeige Deine großen Flügel.




Hier ist aber ein süßer Piepmatz.




Na, ich weiß nicht. Einer Maus in seinem Umfeld wäre bestimmt bange!




Er ist ein Buntfalke (Amerikanischer Turmfalke). Klein aber kräftig.




Hier ist er aber ganz brav ...




... und läßt sich schön streicheln.



4. Jetzt geht's heimwärts

Zur Abwechslung gehe ich links an den drei Sendetürmen vorbei und bald verlasse ich das Gedränge der Touristen. Bei der "Hohlenkästenbaum Hütte" und dem darauffolgenden "Linsenteicheck" sind nur noch ab und zu einige Fahrradler vorhanden. Dann stoß ich auf den "Melac Paß" und komm so nach Waldhilsbach. Da ist ja schon der Bammertsberg und in einer Stunde bin ich schon zuhause.





Nördlich vom Königstuhl schaut man auf das Peterstal - auf der anderen Seite des Neckars und schon im (großen) Odenwald. Am Ende des Peterstales ist der "Lange Kirschbaum", wo auch das ehmahlige Wildschweingehege war. Weiter noch, da käme man zum neuen, wackligen und hölzernen Teltschick-Turm und dann zur Sommerfrische Willhelmsfeld.




Wer Wälder liebt, der besucht den Odenwald.




Von Waldhilsbach aus sieht man schon Bammental und den Kraichgau. Bei klarem Wetter kann man in der Ferne Steinsberg sehen. In dessen Nähe befindet sich das "Lerchennest", wo einst der junge Friederich der Große, bevor er "der Große" geworden ist, auf seinem berühmten Fluchtversuch übernachtete.




Mit der Kameraoptik kommt Bammental schon etwas näher.



Nachschrift

Der Odenwald und das Neckartal - da gibt's so viel zu sehen und zu wandern. Dilsberg, Mückenloch, Neckarsteinach und die Vier Burgen, Hirschhorn, Eberbach, Willhelmshöhe, Zwingenberg, den Katzenbuckel - die habe ich alle auf Wanderungen besucht. Vielleicht komme ich noch dazu Ihnen, geehrte Besucher, noch mehr von den Schönheiten dieser Landschaft mit Wort und Bild darzubieten.

Und noch etwas. Mit Sprachkentnissen und Ortskentnissen gibt's immer etwas neues zu lernen, aber die Einheimischen in dem jeweiligen Sprachgebiet werden wohl diese Sachen viel besser im Griff haben wie einer der nicht alltäglich von der Sprache umgeben ist. Daher danke ich dem Herrn Carsten Beckenbach und seine Kollegen bei Taxi-Beckenbach in Bammental daß sie mich auf Einiges aufmerksam gemacht haben, wie zum Beispiel daß Bammental natürlich im Elsenztal liegt und nicht im Enztal, und daß es ein "Schnitzer" sei wenn man das Wort "Schlitzer" statt "Schnitzer" verwendet!